Uta Ruge
[English]

Was ist Feldenkrais?

Die Feldenkrais-Methode könnte auch für Sie sein,

- wenn Sie eine Atmosphäre des Ausprobierens lieben
- wenn Sie lernen möchten, dass etwas auch ohne überflüssige Anstrengung funktioniert
- wenn Sie gerne Pausen machen – oder lernen möchten, Pausen zu machen
- wenn Sie sich gerne vom Be- und Verurteilen ('richtig' – 'falsch') verabschieden möchten
- wenn Sie erfahren möchten, dass Wahrnehmung effektiver ist als Drill.

Mit einem Wort: wenn Sie mit sich selbst – auch körperlich – wieder Freundschaft schließen möchten – ob inmitten chronischen Leidens, nach einer Operation, einem Sturz, einem Gefühl des Ungenügens, bei der Bewältigung von Stress oder einfach Lust an der Bewegung.


Warum könnte Feldenkrais Sie interessieren?

Die Feldenkrais-Arbeit hilft durch ungewohnte Bewegungsaufgaben dabei, sich spüren zu lernen, ganz konkret: wie liegt mein rechter Arm am Boden, wie mein linker…Was haben Becken und Kopf beim Bücken miteinander zu tun? Welche Aufgaben haben eigentlich der Rücken und die Wirbelsäule beim Sitzen? Welche Rolle haben die Augen beim Gehen?

Und irgendwann spürt man am Ende, wie sich der aufrechte Gang anfühlt.



Feldenkrais – Gruppenarbeit

Bewusstheit durch Bewegung

Wie sieht das praktisch aus?
Meistens liegen die TeilnehmerInnen auf dem Boden und führen eine Stunde langsame, kurios anmutende Bewegungen aus.
Mal hebt und senkt man einen Arm, mal ein Bein, rollt sich vom Rücken auf die Seite oder auf den Bauch. Oder öffnet auch nur den Mund, bewegt den Unterkiefer, oder ballt die Fäuste, oder nickt mit dem Kopf und wippt mit dem Becken dazu…


Das Bewegen in einem Feldenkrais-Kurs macht Spaß
- weil Sich-Bewegen Spaß macht, wenn man nicht können muss sondern lernen darf,
- weil etwas Neues entstehen kann, wenn kein Druck und kein Anspruch herrscht,
- weil es wohltuend ist, sich neugierig und ohne ständiges Bewerten mit sich zu beschäftigen.


Feldenkrais – Einzelarbeit

Funktionale Integration

Die 'funktionale Integration' heißt so, weil es um einen Vorgang der Integration geht – also darum, dass bei einer einzelnen Bewegung der ganze Mensch beteiligt werden soll.
Die Arbeit ist hier individuell auf Ihre speziellen Bedürfnisse ausgerichtet.


Sie werden – übrigens vollständig bekleidet, meist auf einer breiten Liege ruhend oder auch sitzend – durch die Hände der Feldenkrais-Lehrerin sanft bewegt. Mit ihrer Berührung 'fragt' sie ab, was leicht geht, wo Zusammenarbeit – z.B. zwischen Schulter und Brustkorb, zwischen Atem und Bewegung – existiert und wo nicht. Es entsteht eine Art "Gespräch", Bewegungsfrage und Bewegungsantwort.


Ihre Lehrerin lässt Sie auf sanfte Art neue, ungewohnte Bewegungen spüren und initiiert dadurch einen Prozess des sensomotorischen Lernens. Dadurch entsteht die Chance zur neuen Bewegung und zu einem neuen Verhalten.
Und dies kann dann als Basis für eine veränderte Bewegungsorganisation im Alltag dienen.




Warum arbeiten wir mit Bewegung? Und warum ist das so wirksam?

Alles, was wir denken und fühlen, hat eine Bewegungskomponente – falls Sie jetzt die Stirn runzeln, weil Sie daran zweifeln, dann ist es schon passiert: Stirnrunzeln ist eine Bewegung…
Und jeder Bewegung, die wir ausführen, liegt ein Denken zu Grunde.
Wenn ich denke: ‚Ich kann das nicht!’, habe ich mich schon auf den Weg in die Selbstbehinderung gemacht.
Um da heraus zu kommen, ist es sinnvoll, ‚Zeit zu verschwenden’ – d.h. ‚sinnlose’ Bewegungen auszuführen, erkundend wie damals als Kind. Wir nennen das ‚organisches Lernen’.
Denn was beim Ausführen ungewohnter Bewegungen passiert, nennen heutige Gehirnforscher ‚die Erweiterung des kinästhetischen Empfindens auf der Grundlage neuer Assoziationsketten im Zentralnervensystem’.
Das heißt, wir verändern auf Dauer unsere Bewegungs- und Denkmuster.

Und wir können die Dinge, die wir tun – ob Sprechen, Laufen, Singen, Spielen, Schimpfen… – jetzt mehr auf eine Weise tun, wie es uns, unserem Körperbau, unserem Denken und Fühlen entspricht. Ohne Qual, Zwang, Vorschrift und Selbstbehinderung.
Das wäre dann Gesundheit, wie sie der Philosoph Gadamer beschrieben hat, nämlich als ‚eine Art Wohlgefühl’, aus dem heraus wir ‚unternehmungsfreudig, erkenntnisoffen und selbstvergessen sind und selbst Strapazen und Anstrengungen kaum spüren’.